DER LÄCHERLICHE PRINZ JODELET
HS-Kulturkorrespondenz
Dieser Sonntag hat Glanz über die Hamburgische Staatsoper ausgebreitet....
Hamburger Abendblatt
Was haben Michael Moore und Saddam, Schröder, Merkel, Stoiber, Struck und Ulla Schmidt, die Rote Flora, das Opern-Foyer mitsamt Original- Gardarobendamen, zwei "Hintz&Kunz"- Straßenverkäufer, König Ludwig II und Ole von Beust gemeinsam? Rein gar nichts sollte man meinen. Doch dann sitzt man knapp vier Stunden in der Staatsoper, besichtigt die Ausgrabung von Keisers "Der lächerliche Prinz Jodelet". Und wird pausenlos eines Anderen belehrt. Für Regisseur Uwe Eric Laufenberg passte bei seinem boulevardesken Konzept für die 1726 uraufgeführte Hamburgensie erst dann alles zusammen, wenns eigentlich nicht zusammen gehört.
Stuttgarter Zeitung
Vermischung von historischer Handlung und aktuellem Zeitgeschehen, Spiel und Ernst wurden in der Barockoper respektlos stets kontrastiert, manchmal absurd, aber niemals ohne nachdenkliche Komponente. (....) Der Regisseur Uwe Eric Laufenberg inszeniert Reinhard Keisers "Jodelet" turbulent und ganz in diesem Geist. Erster und letzter Akt spielen im Hamburg von heute. Jodelet und sein Begleiter Nicolo sind Outcasts aus dem Schanzenviertel, das seiner Drogenszene und aufmüpfiger Linker wegen auch überregional im Brennpunkt stand. Auf dem Dach der Roten Flora haben Yuppies ihre fürstlichen Gemächer(...) Uwe Eric Laufenberg hat aus dem Stück heraus die schönste Utopie erdacht. (...) besser tempo- und fantasiereicher kann man eine Barockoper nicht inszenieren.
Der Spiegel
Nein, es ist keine neue Musicalshow, die da auf Hamburgs ehrwürdiger Musikbühne abrollt, sondern Oper, Barockoper sogar. Doch statt wallender Perücken und Schnörkelpomp ist hier ein moderner Schlingel zu bestaunen: Jodelet treibt seine Possen mit der Putzkolonne oder im Fitness- Studio, und ähnlich flippig, wie Uwe Eric Laufenberg das Stück inszeniert hat, wirkt erstaunlicherweise auch die Musik. Kaum zu glauben, dass solche Klänge vor der Glanzzeit Johann Sebastian Bachs zu hören waren.
TAZ
Die Sängerinnen und Sänger gingen diesen Weg mit, allen voran der stimmlich wie darstellerisch großartige Jan Buchwald in der Titelrolle....